PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 15/06 vom 12.04.2006

Diesseits oder jenseits der Grenze Niederösterreichs leben - das macht nicht nur für die Hochwasseropfer von Dürnkrut, die von den stabilen Dämmen auf der slowakischen Seite der March bloß träumen können, einen großen Unterschied. Die regionale Mutation des Kurier bietet den Landesbürgern auch eine andere Perspektive auf die Flut als das Wiener Stammblatt. Etwa am Dienstag vergangener Woche. Der Artikel begann identisch, die Fotos waren die gleichen: Oben Feuerwehrmänner in einer Zille, unten Landesvater Erwin Pröll mit einem sichtlich angespeisten Bürger. "Pröll wurde mit Vorwürfen der Hochwasseropfer konfrontiert", textete der Wiener Kurier dazu stimmig. Die niederösterreichischen Kollegen setzten einen anderen Akzent: "Pröll versprach aufgebrachten Flutopfern rasche Hilfe." Während in Wien der Untertitel "Vorwürfe an die Politiker" lautet, gibt's am flachen Land lediglich "Vorwürfe an die Behörden". Und wo in der Hauptstadt fett "Empörung" prangt, steht in der NÖ-Version das Wort "Hilfe". Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeitungsredaktion.


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