Kommentar

Josefstadt: Ich lade gern mir Gäste ein

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 15/06 vom 12.04.2006

Herbert Föttinger ist kein schlechter Schauspieler. Aber als der neue Direktor der Josefstadt vorige Woche seinen ersten Spielplan präsentierte, konnte er seine Aufregung und seinen Enthusiasmus kaum verbergen. Föttingers Stolz ist nicht ganz unberechtigt: Seine erste Saison kann sich, der Papierform nach, durchaus sehen lassen.

Dass es zur Eröffnung nach längerer Zeit wieder einmal eine Uraufführung in der Josefstadt gibt, kann man als Signal interpretieren (obwohl es vielleicht nicht unbedingt ein Nestroy-Stück von Peter Turrini hätte sein müssen). Mit der Wiener Erstaufführung der Theaterfassung von Thomas Vinterbergs Dogma-Film "Das Fest" mutet der neue Chef seinem bekannt schreckhaften Publikum gleich einmal das Tabuthema Kindesmissbrauch zu; mit der Verpflichtung des bayerischen Dramatikerstars Franz Xaver Kroetz, der Schnitzlers "Ruf des Lebens" bearbeiten und inszenieren wird, ist Föttinger sogar eine kleine Sensation gelungen.

Insgesamt lässt der neue Herr Direktor aber


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