Der Mörder und sein Autor

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 15/06 vom 12.04.2006

FILM Philip Seymour Hoffmans großartiger "Capote" zeigt, wie der exzentrische Schriftsteller an seinem besten Roman zugrunde geht.

Als Kind betrachtete ich zum Beispiel eine Landschaft: Bäume und Wolken; dann wählte ich ein Detail aus diesem Gesamtbild - vielleicht ein paar windbewegte Grashalme - und rahmte es mit meinen Händen ein: Dieses Detail wurde nun das Wesen der Landschaft und fing als Miniatur die wahre Atmosphäre eines Panoramas ein, das zu mächtig war, um erfasst zu werden."

Was Truman Capote hier 1967 in einem Aufsatz mit dem Titel "Geister am hellichten Tag" beschreibt, ist nichts weniger als der Versuch, der Wirklichkeit näher zu kommen, indem man diese auf einen Ausschnitt reduziert. Dass sich der filmische Blick dafür besonders gut eigne, wird für den Schriftsteller Capote deutlich, als er im Vorführraum neben dem Regisseur Richard Brooks sitzt, der soeben seinen Roman "In Cold Blood" verfilmt hat: "Genau wie beim Buch ist es auch beim Film - nur dass ich meine


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