Die Zähne des Abbate

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 15/06 vom 12.04.2006

AUSSTELLUNG Eine Ausstellung im Jüdischen Museum widmet sich dem Mozart-Librettisten, Priester und Aufklärer Lorenzo da Ponte, der ein abenteuerliches Leben auf der Flucht führte.

Angeblich war es nur ein Missverständnis in einer unbedeutenden amourösen Angelegenheit, doch es kostete Lorenzo da Ponte alle Zähne. 1783 traf der Dichter im Café Milani auf dem Wiener Kohlmarkt, wo sich die italienische Gemeinde der Residenzstadt zu versammeln pflegte, auf einen gewissen Signor Doriguti, der in eine Nachbarin da Pontes verliebt war, die ihrerseits jedoch nur Augen für den nichts davon ahnenden Poeten hatte. Eifersüchtig sann Doriguti auf eine elegante Form der Rache - nicht durch plumpe Muskelkraft, sondern durch einen hinterhältigen Ratschlag.

Der verschmähte Liebende überreichte seinem an einem Geschwür im Mund leidenden Landsmann eine spezielle Tinktur zur Behandlung. Das Mittelchen ließ es tatsächlich nicht an Wirkung fehlen, binnen kurzem war da Ponte sein Geschwür los - sowie


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