TIER DER WOCHE

Beuteltiere

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 15/06 vom 12.04.2006

"I muaß in an frühern Leben a Ölster g'wesen sein,

weu i fliag auf Goid und Briller, wenn sie nicht zu klein"

Qualtinger/Bronner

Wer hätte gedacht, dass der italienische Wahlkampf wissensmäßig so bereichernd sein kann. Premierminister Silvio Berlusconi hat dem internationalen Schimpfwörterbuch einen neuen Eintrag hinzugefügt. Kannte man bislang als an Fremdsprachen und Kraftausdrücken interessierter Mensch bestenfalls ein vaffanculo, stronzo oder figlio di puttana, um sich an den Stränden zwischen Caorle und Bibione Respekt zu verschaffen, so haben wir jetzt von höchster Stelle das Wort coglione kennen gelernt. Es bedeutet "Hodensack", und der Duden würde die Anmerkung "derb" daneben stellen. Im Wienerischen lässt es sich wunderbar mit "Beidl" übersetzen. Korrekt anzuwenden ist der Schimpf auf alle nicht Herrn Berlusconi wählenden Lebewesen. Da merkt unsereiner erst, wie langweilig und ideenarm sich in Österreich ein Wahlkampf gestaltet, wo es doch so viel kreatives Pozential


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