Ohren auf!

Ein Ass am Bass

Kultur | aus FALTER 16/06 vom 19.04.2006

Zwar hat sich der Bass schon vor geraumer Zeit aus der Rolle des bloß Harmonie-und Swingdienste versehenden Jazz-Beamten befreit, aber noch immer sind Bassisten als Bandleader relativ selten - Charles Mingus zum Trotz. Der Engländer Barry Guy ist insofern eine Ausnahmeerscheinung, als er im Jazz oder der Improvisierten Musik ebenso zu Hause ist wie zwischen Barock und Neuer Musik. Fast drei Jahrzehnte lang hat er das London Jazz Composers Orchestra (LJCO) geleitet, das 1998 vom Barry Guy New Orchestra abgelöst wurde. "Study II, Stringer" (Intakt) bringt unterschiedliche Aspekte des in 17-bzw. 18-köpfiger Besetzung antretenden LJCO zur Geltung: Während die Band auf "Study II" von 1991 aus ruhigen, übereinander geschichteten Klängen in ein heftiger werdendes kollektives Flattern aufbricht, um danach wieder in die sonore Stasis des Anfangs zurückzusinken, ist das vierteilige, über vierzigminütige "Stringer" von 1980 ein symphonisch angelegtes Stück, in dem den formidablen, sich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige