Hoch die Arbeitslosigkeit

Markus Marterbauer | Vorwort | aus FALTER 16/06 vom 19.04.2006

KOMMENTAR Kann Arbeitslosigkeit, wie die SPÖ befürchtet, als politisches Druckmittel eingesetzt werden?

Alfred Gusenbauer sorgt bei führenden Wirtschaftspolitikern der ÖVP für Empörung. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, behauptet der SPÖ-Vorsitzende in einem Interview mit der Zeit, sei den Konservativen kein Anliegen. Schließlich führe der permanente Druck durch die Arbeitslosigkeit zu niedrigeren Löhnen und einer immer geringer werdenden Besteuerung der Gewinne. Die Schwarzen protestierten umgehend: Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl spricht von einem Affront gegen die Sozialpartnerschaft, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hält Gusenbauers Äußerungen für frivol.

Lässt man die auf den beginnenden Wahlkampf hindeutenden parteipolitischen Aspekte beiseite und geht den wirtschaftlichen Zusammenhängen nach, so zeigt sich tatsächlich ein enger empirischer Zusammenhang zwischen der Lage auf dem Arbeitsmarkt und dem Anteil der Einkommen der unselbstständig Beschäftigten

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