HEROES DER WOCHE

Austroitaliener

Politik | aus FALTER 16/06 vom 19.04.2006

Vor den Parlamentswahlen im Nachbarland Italien hörten sich Reporter des ORF bei Eisverkäufern, Pizzabäckern und sonstigen Vorzeigeitalienern um. Das Ergebnis war niederschmetternd: Eine satte Mehrheit kündigte ungeniert an, ihre Stimme dem peinlichen Potentaten Silvio Berlusconi zu geben. Kein Grund jedoch für den Titelverteidiger, vorschnell sein Zahnpastalächeln aufzusetzen. Denn die Umfrage entpuppte sich als gutes Beispiel dafür, wie sehr Medien die Realität mitunter verzerren. Die eigentlichen Wahlen gingen glücklicherweise ganz anders aus. Der Premier mit dem gestörten Verhältnis zur Demokratie fiel bei den ausgewanderten Italienern, die in Österreich leben, durch. Gerade 15 Prozent der knapp 4000 Wähler fern der Heimat machten ihr Kreuzchen bei Berlusconis Forza Italia. Sein linker Widersacher Romano Prodi sahnte hingegen zwei Drittel aller Stimmen ab. Molto bene!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige