Parallele Welten

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 16/06 vom 19.04.2006

FILM Florian Flickers "No Name City" und Nikolaus Geyrhalters "Unser täglich Brot" geben ästhetisch ganz unterschiedliche Antworten auf die Frage, wie geglücktes Dokumentarfilmkino heute aussehen kann.

Michaela war vom ersten Tag an mit dabei. Vor fünf Jahren, erzählt die Frau, die wir zunächst als Cowgirl und später als Scharfschützin kennen gelernt haben, sei sie vor einem Mann geflohen und in die Westernstadt gekommen. Wenn nicht grad ein paar maskierte Banditen vom Dach des fahrendes Zuges herunterzuschießen sind, traue sie sich heute auch schon mal wieder vor die Palisaden hinaus. Gemeinsam mit Iris, der gachblonden Chefin der Coyote Ugly Bar, war sie unlängst sogar einkaufen. Schuhe natürlich. Mit denen, meint sie, verhalte es sich übrigens genau wie mit den Männern: "Manche sind angenehm zu tragen, und manche tun weh."

In der No Name City, dreißig Kilometer südlich vor Wien gelegen, ist alles genauso echt, wie es auch unecht ist. Echt unecht also. Die Schießeisen, die


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