Auf Teufel komm raus

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 16/06 vom 19.04.2006

FILM Hans-Christian Schmid hat seinen Exorzismusfilm "Requiem" als leise Charakter-und Gesellschaftsstudie angelegt. Mit dem "Falter" sprach der Regisseur über den Umgang mit Genre-Erwartungen und seine Jugend im Wallfahrtsort Altötting.

Wenn man weiß, dass Hans-Christian Schmid, der in seinem neuen Film "Requiem" die Vorgeschichte einer Teufelsaustreibung erzählt, im Wallfahrtsort Altötting groß geworden ist, liegt die erste Frage auf der Hand. Aber der Regisseur nimmt einen Schluck von seiner Melange und schüttelt den Kopf: "Direkt bedrückende Erfahrungen mit dem Katholizismus gibt es eigentlich nicht. Meine Eltern waren jung und liberal. Bei uns daheim lag eher die Süddeutsche Zeitung auf dem Tisch als der Altöttinger Anzeiger." Ganz normal sei er aufgewachsen, wie so was halt aussieht, in einer bayerischen Kleinstadt: "Allerdings war ich oft bei den Großeltern, die den Krieg mitgemacht haben. Und da gab es dann schon diese freudlose, demutsvolle Seite des katholischen Glaubens.


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