STREIFENWEISE

Kultur | D. Robnik / M. Omasta | aus FALTER 16/06 vom 19.04.2006

Auf dem Weg nach "Die Hard 4.0" trennen uns nur noch "16 Blocks" vom Ziel. Unter diesem Titel knüpft Bruce Willis an seine alte Actionheldenhaftigkeit, zumal den dritten Teil der "Die Hard"-Serie an: Ein demolierter, alkoholkranker weißer Cop fungiert als Beschützer eines dauerredenden, fragilen Schwarzen - damals: Samuel L. Jackson, heute: Gummigesicht Mos Def - auf einem Hindernislauf durch New York. Die titelgebenden 16 Häuserblocks weit eskortiert Willis einen Kronzeugen, verfolgt von seinen Kollegen, korrupten Polizisten, die der Zeuge vor Gericht belasten könnte. Feierte "Die Hard with a Vengeance" 1995 die karnevalistische Umfunktionierung der Großstadt zur Gamezone flexiblen Lebens, so kommt "16 Blocks" wie ein sozialrealistischer Problemkrimi aus den Siebzigerjahren daher: Können Menschen und Abläufe sich ändern oder nicht? In gedecktem Kolorit und körpernahen Bildern inszeniert Altspatz Richard Donner ein Stück post-parodistisches Actionkino, das mit Rededuellen zwischen zynischer, resignativer oder hoffnungsvoller Weltsicht und - gelungenen - verblüffenden Plotwendungen aufwartet.

Anlässlich des 150. Geburtstags von Sigmund Freud widmet sich das Filmarchiv Austria noch bis in den Mai hinein der "Psyche im Kino". Auch wenn der Vater der Psychoanalyse selbst das Kino dem Vernehmen nach gering schätzte, griff insbesondere der Hollywoodfilm der Vierziger-und Fünfzigerjahre nur allzu gerne auf die Figur des Psychiaters und einschlägige Begriffe wie Traumata oder Neurose zurück. Und sogar Sigmund Freud selbst diente als Titelheld für wenigstens zwei Filme: Montgomery Clift spielte den "Freud" John Hustons (1962), "Der junge Freud" von Axel Corti wurde von Karlheinz Hackl dargestellt (1976). - Last, not least, ist zur Filmschau ein von Thomas Ballhausen, Günter Krenn und Lydia Marinelli herausgegebener 400-Seiten-Wälzer erschienen: "Psyche im Kino. Sigmund Freud und der Film".


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