Dead Woman Talking

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 16/06 vom 19.04.2006

LITERATUR Michael Stavaric' Debütroman "stillborn" ist ein atemloser Monolog voller falscher Fährten.

Morgens, nach dem Aufstehen, ich gehe ins Bad, schaue mich an, mir zu, tief in die Augen, den Ausschnitt, meine Maße sind bestens, alles in allem kann ich mich gar nicht beschweren. Ich bin hässlich, hässlich, hässlich innen drin, das ist viel schlimmer. Lebe, lebe, heute bin ich wieder nahe dran, es zu tun, es nicht zu tun, es fehlt mir nur etwas der Mut."

In "stillborn" - zu deutsch: tot geboren - folgt der Leser einer jungen Frau, die sich kaum noch spürt. Dabei ist es auf der Oberfläche nicht nur um Elisas Aussehen bestens bestellt, auch beruflich läuft alles blendend, in ihrer Ersatzfamilie, der Firma Schmidt & Partner, gilt sie als fähige Verkäuferin von Immobilien. Eine echte Beziehung allerdings unterhält sie einzig zu einem Pferd, und in ihrem Inneren sieht es finster aus: "Ich bin tot, tot, tot."

Elisa zieht auffällig oft um, nachts hält sie sich mit Vorliebe in leeren,


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