STEIRERBRAUCH

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 16/06 vom 19.04.2006

TREIBEN LASSEN Kannst es spüren, wie's zieht in dir, wenn die Primeln aus der Erde brechen? So prächtig gelb, so saftig grün! Die fruchtbaren Krokusse mit ihrem Farbenspiel? Die Tulpen willst gleich stulpen! Willst reinbeißen, dich ins Frühlingsgras legen und dicke Stücke aus der Wiese fressen. Möchtest deine Hände so tief in die Welt bohren, dass dich die Himmelsschlüssel unter den Achseln kitzeln. Willst ganz baden im saftigen Schwarz, im herben Braun, im feuchten Reich. Mit den Tausendfüßlern um die Wette laufen, mit den dicken, bleichen Würmern durch kühle Höhlen schleichen, mit den Asseln plaudern und mit den Grillen rasseln. Schmeckst, wie's duftet, so herb, so feucht, so echt? Bleib ruhig liegen, hab Geduld, lass es ziehen. Und dann schau zu, wie aus deiner Brust die fetten Frühlingstriebe ganz hoch ins Himmelsblaue streben. T. W.


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