Gefährliches Tabu


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

Ausland Aufregung in den USA: Zwei Politikwissenschaftler kritisieren die Pro-Israel-Lobby. Darf man das?

Dirigiert das kleine Israel in Wirklichkeit die Außenpolitik der Weltmacht Amerika? Haben jüdische neokonservative Ideologen die USA in den Irakkrieg getrieben, weil sie damit die Visionen der israelischen Rechten verwirklichen wollten? Der verschwörungstheoretische Ansatz hinter diesen Fragen wird in den USA häufiger debattiert, als man gerne zugibt. Den Hinweis, die scheinbar irrationale Treue zum israelischen Verbündeten, verstärkt durch religiöse Schwärmerei im christlich-fundamentalistischen Flügel der regierenden Republikaner, sei das Hauptproblem der amerikanischen Nahostpolitik, bekommt man von ehemaligen Militärs ebenso zu hören wie von unzufriedenen Mitarbeitern des State Department oder linken Antiimperialisten. Im scharfen Kontrast dazu ist das enge Bündnis mit Israel im Mainstream der amerikanischen Medien kein Thema.

Das Tabu bewusst durchbrochen haben vor einigen

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