"Wir hatten Glück"

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

20 JAHRE TSCHERNOBYL Iouli Andreev, Nuklearexperte der Roten Armee, über seinen schwierigen Einsatz nach der Reaktorkatastrophe.

Am frühen Morgen des 26. April 1986 klingelte in Moskau das Telefon. Iouli Andreev, Spezialist für nukleare Sicherheit in der Roten Armee, machte sich sofort an die Arbeit. Um überhaupt nach Tschernobyl zu können, musste der Oberst zuerst Maschinen konstruieren, die auch unter hoher Strahlenbelastung funktionieren. "Am 28. Mai kamen wir nach Tschernobyl", erzählt Andreev, der seit 1992 am Institut für Risikoforschung der Universität Wien unterrichtet. Als Einsatzleiter der Roten Armee war er nach dem Reaktorunfall für die Dekontaminierung des Areals und die sogenannten "Liquidatoren", jene Soldaten, die den radioaktiven Schutt wegräumen mussten, zuständig. Moskau sollte er erst fünf Jahre später wiedersehen. Denn bis dahin musste Andreev den Unglücksreaktor Nummer vier sichern, den stark beschädigten Block drei wieder aufbauen und Block eins und


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