"Wozu Gewerkschaften?"

Politik | Robert Misik | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

ÖGB-KRISE Der renommierte deutsche Sozialforscher Oskar Negt rät den Gewerkschaften, nicht nur Klientelpolitik zu betreiben, sondern sichtbar zu machen, "dass sie eine Vorstellung von der Gesellschaft haben, wie sie sein sollte".

Oskar Negt, 71, ist einer der führenden deutschen Soziologen. Er promovierte bei Theodor W. Adorno, war Assistent bei Jürgen Habermas und von 1970 bis 2002 Professor in Hannover. Berühmt als Stichwortgeber der Studentenbewegung der späten Sechzigerjahre, setzte Negt Maßstäbe durch seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Filmemacher und-theoretiker Alexander Kluge. Im Zentrum seiner Forschungen stand immer die Organisation der Arbeitswelt. So auch in seinen jüngsten Büchern, etwa "Arbeit und menschliche Würde" (2001) und der Schrift "Wozu noch Gewerkschaften?" (2004). Dabei blieb Negt immer ein engagierter, eingreifender Forscher: Am 1. Mai wird er bei der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Düsseldorf sprechen.

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