Der lange Marsch

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

FEIERTAG Mehr als 400 Kilometer ist er in den vergangenen Jahrzehnten marschiert, nur einmal musste er aussetzen. Der frühere Stadtrat Franz Nekula erinnert sich an sechzig Jahre 1. Mai am Wiener Rathausplatz.

Niemand hatte etwas zu essen und meist nur das Gewand, das er auf dem Leib trug, aber das war alles egal", erzählt Franz Nekula über den 1. Mai 1946, dem ersten Maiaufmarsch nach der Nazidiktatur. "Damals war der ganze Rathausplatz voll roter Fahnen und alle riefen: ,Hoch den 1. Mai!'"

Mehr als 400 Kilometer ist der ehemalige SPÖ-Stadtrat seitdem am Tag der Arbeit marschiert. Sieben Kilometer von der Philadelphiabrücke, dem Treffpunkt seiner SPÖ-Sektion, zum Rathausplatz und in jungen Jahren auch die gleiche Strecke retour.

Zwischen 1969 und 1984, als Verantwortlicher für das Ressort Verkehr und später für das Gemeindepersonal, war er sogar doppelt bei den Feierlichkeiten dabei. "Meine Straßenbahner sind schon um sieben Uhr aufmarschiert, weil sie danach in die Arbeit mussten",


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