Wie in China

Medien | Gerald John | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

VERHABERUNG Kaum ein Schlamassel, das Erwin Pröll nicht zu einer persönlichen Imagekampagne nützen kann. Das liegt auch an seinem fragwürdigen Verhältnis zu Journalisten. Ein Sittenbild.

Erwin Pröll ist der mächtigste und agilste Landeshauptmann Österreichs. Einer, der für das Land viel tut", schwärmt Wolfgang Lehner. Das Lob kommt von Herzen, denn Lehner ist kein bezahlter Pressesprecher der ÖVP, sondern Chefredakteur der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN). Einen großen Unterschied macht das freilich nicht.

Die NÖN sind die wichtigste publizistische Stütze von Erwin Prölls Herrschaft in Niederösterreich. Das laut Eigendefinition unabhängige Wochenblatt, das mehrheitlich dem Bistum St. Pölten gehört, liest sich streckenweise wie eine schwarze Parteigazette. Während die Opposition für ihre "Schmutzkübelkampagnen" regelmäßig Schelte kassiert, wirft sich der Landesvater praktisch in jeder Ausgabe für ein prominentes Foto in Pose. Bricht ein Hochwasser über die


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