PRESSESCHAU

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

Eine gewagte These über den Tod des Mauretaniers Cheibani Wague, der im Jahr 2003 bei einem Polizeieinsatz an Herz-Kreislauf-Versagen starb, vertritt das Magazin Kriminalpolizei, die Zeitschrift der Vereinigung österreichischer Kriminalisten, in seiner aktuellen Ausgabe. Im Prozess gegen die Beamten meinten Richter und Staatsanwältin, der "klare Menschenverstand" müsse reichen, um zu wissen, dass ein am Boden Liegender, dem mit 85 Kilo Körpergewicht auf den Brustkorb gedrückt wird, an Atemnot sterben kann. Kann doch nicht sein, heißt es in der Kriminalpolizei: "Nehmen wir zum Beispiel, was in den meisten Ländern die wichtigste Nebensache der Welt ist: Fußball! Wenn ein Spieler ein siegbringendes Tor erzielt, wird er, wie wir alle von Fernsehübertragungen wissen, von seinen Teamkollegen buchstäblich niedergerissen und sie werfen sich im Freudentaumel auf ihn drauf. Oft liegen sie minutenlang auf dem Torschützen. Ich kann also dem geforderten ,klaren Menschenverstand' der Gerichtspersonen nicht folgen. Denn da müssten auf den Fußballfeldern Europas massenweise die Toten herumliegen."


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