Kommentar

Der Traum vom Schreiben


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

Österreich, dem Selbstverständnis mancher nach eine Kulturnation, hält viel auf seine Künstler. Dass das vor allem Sänger, Schauspieler und Kabarettisten, also Vertreter der reproduzierenden Künste, betrifft, mag symptomatisch sein, sagt über die Verfasstheit des Landes aber weniger aus, als jene vermeinen, die darob melancholisch ihre kritischen Köpfe schütteln. Schon möglich, dass Irland einen liebevolleren Umgang mit seinen Lyrikern pflegt, aber dass dort jeder eine Seamus-Heaney-Werkausgabe neben der Bibel stehen hat, glaub ich auch nicht.

Ansonsten spielt die Existenz des freien Schriftstellers (siehe auch Artikel auf S. 22) hierzulande wohl eine ähnliche Rolle wie anderswo auch: Ganz unabhängig von ihren konkreten Manifestationen dient sie als Projektionsfläche einer Reihe von Phantasmen, die "dem" Schriftsteller ein breites Spektrum von Eigenschaften und Funktionen zuschreiben. Das reicht vom "Biachlschreiber", der Geld aus öffentlicher Hand dafür erhält, dass er aus

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