AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

Verglichen mit dem fast genau fünfzig Jahre älteren Sigmund Freud fällt die Ausbeute der Buchneuerscheinungen über Kurt Gödel bescheiden aus - was wohl auch daran liegt, dass die Leistungen des Logikers um einiges schwieriger zu vermitteln sind. Die einzige ganz neue Biografie stammt von Rebecca Goldstein, die in Princeton Philosophie studiert und Gödel sogar einmal live auf einer Gartenparty erlebt hat. Diese Vorqualifikation Goldsteins ist eine Stärke, aber auch eine gewisse Schwäche des Buches: Ihre Darstellung des Unvollständigkeitstheorems und seiner Vorgeschichte ist für Normalverbraucher mitunter etwas sehr anspruchsvoll, aber nicht wirklich zuverlässig; das Biografische kommt einigermaßen zu kurz.

So wie Goldstein ist auch Palle Yourgrau Philosophieprofessor in den USA. Während bei seiner Kollegin die von wechselseitiger Missachtung geprägte Beziehung zwischen dem hyperintrovertierten Gödel und dem extraextrovertierten Wittgenstein ein Zentrum bildet, dreht sich in

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