NÜCHTERN BETRACHTET

Wie mich Gott einmal fertig machte

Kultur | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

Bevor die neufrommen Papisten, die jetzt vor allem bei unseren deutschen Freunden wie die Schwammerln bei Vollmond aus dem Boden schießen, alle Tage Kirchentag und Jazzmesse machen, muss man ihnen Gott wieder wegnehmen. Wenn es IHN denn gibt, dann ist Gott nämlich ein Ironiker; und zwar nicht irgendein kleiner popliger Ironiker wie unsereins, sondern natürlich absolut der Chefironiker - "exklusiv" bei News, wo der "schräge Schöpfer" mit seinem "provokanten" "Top-Interview" ("Wie er herrscht, wie er liebt, wo er shoppt"), "für Aufregung" sorgte. Nein, Schluss mit dem Gewitzel: In Wirklichkeit würde Gott nie einem Magazin ein Interview geben, dessen Existenz schon als negativer Gottesbeweis gelten darf. Was sich zu Ostern aber begab, war Folgendes: Ich lief mit meinen neuen, sportlich-schnittigen Sonnenbrillen durch die nur im allerwörtlichsten Sinne unebene Landschaft des Traisentales, als es Gott gefiel, mich zu strafen. "Sind denn ,Italo-Tussen in ridikül kurzen und pinkfarbenen


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