SAMMELN

Bilder und Werte

Steiermark Kultur | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

Der Boden für die bildende Kunst in Graz ändert sich. Zumindest der, auf dem zeitgenössische Kunst gekauft und verkauft wird. Was das Überleben für Künstler in Graz nicht immer leicht macht. Vor wenigen Wochen ist etwa Gabriella Bleich-Rossi, die mit ihrem Mann - nach seinem Tod allein - jahrelang die Kunstszene in Graz mitgeprägt hat, mit ihrer Galerie nach Wien (Dominikanerbastei 19) gezogen. Andererseits sind einige junge Galerien dabei, sich zu etablieren. So etwa die Galerie Patrick Ebensperger, die noch in der Färbergasse 3 residiert, aber ab Mai in die Räumlichkeiten des ehemaligen Robert-Stolz-Museums (Mehlplatz 1) zieht. Oder die Galerie Tazl in der Neutorgasse 47 (Claudia Schmid), die klassische Moderne und aktuelle Kunst (Deborah Sengl, Hubert Schmalix, Arnulf Rainer) präsentiert.

Eine ganz andere als die obsessive Art zu sammeln, wie sie Privatsammler oft betreiben, kommt öffentlichen Institutionen zu. Anlässlich der Neueröffnung des Stadtmuseums und der Ausstellung "Die Totale, die Gemäldesammlung des Stadtmuseums Graz" veranstaltet das Grazer Stadtmuseum am 5. Mai 2006 ein Kolloquium zum Thema "Die öffentliche Sammlung als Medium der Identitätsbildung". Der von einer öffentlichen Hand gelenkte Auswahlprozess richtet sich hinsichtlich künstlerischer Qualität oder musealer Signifikanz stark nach gesellschaftlich konstituierten, scheinbar objektiven Kriterien. Diese spiegeln sich im Gremialen der Ankaufsentscheidung und den Erkenntnisinteressen eines Museums wider. Zu diesem Thema wird eine Reihe von Fachleuten diskutieren.

"Die öffentliche Sammlung als Medium der Identitätsbildung". 5. Mai von 14 bis 18 Uhr. Stadtmuseum Graz, Sackstraße 18.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige