Qualität ohne Stechuhr

Judith Schwentner | Steiermark Stadtleben | aus FALTER 17/06 vom 26.04.2006

LOKALTIPP Sehr nah und doch ganz fern: Die Burgtaverne auf der Ruine Gösting trotzt erfolgreich dem Zeitgeist.

Das, was einem Lokal Harmonie verschafft, gibt es nirgendwo zu kaufen. Designerstückerln und ein Starkoch am Herd haben noch selten allein die Gäste glücklich gemacht. Wie sehr die Harmonie eines Gasthauses durch sein gesamtes Gefüge bestimmt ist, beweist die Taverne auf der Ruine Gösting einmal mehr.

Da ist der durch den steilen Weg leicht beschwerliche Aufstieg zur Ruine, der (von der Göstinger Seite kommend) mit etwa dreißig Minuten zwar recht absehbar ist, aber dann doch ein wenig belohnt werden will. Da ist der sonnige Gastgarten mit seinen Weinlauben, der sich organisch an die Burgmauer fügt. Da ist die wunderbare Aussicht auf die Stadt, den Plabutsch und das Grazer Becken. Da ist viel Grün rundherum. Da ist die alte Schank, an der sich die Gäste ihre Getränke selber holen. Da ist die Vitrine, in der sich Manner-Schnitten, Apfelkuchen und Aufschnittwurst ganz wunderbar

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