Bob ohne Papa

Steiermark Kultur | Herwig G. Höller | aus FALTER 18/06 vom 03.05.2006

Magazin Muttersöhnchen und-töchterchen sind nicht nur die Herausgeber des Magazins "Bob". Die neue Ausgabe ist "Mutter" gewidmet.

Nach "Wer bin ich?" und "Eskapaden" beschäftigt sich Ausgabe drei des monothematischen Magazins aus Graz nun mit einer Thematik, die wirklich alle angeht. Wer ernsthafter über "Mutter" nachzudenken beginne, grübelt Redakteur Wolfgang Haas im Editorial, laufe tatsächlich Gefahr, mit eigenen Erfahrungen konfrontiert zu werden. Selbst die Redaktion von Bob. Die es sich im Übrigen nicht nehmen ließ, sich selbst fotografisch ins Heft zu rücken - auf historischen Fotos als Muttersöhnchen bzw.-töchterchen mit der jeweiligen Mama.

Insgesamt nähert sich das Heft auf etwa hundert Seiten zahlreichen Müttern an. Abgesehen von einem eher anthropologisch angelegten Text über vier sehr unterschiedliche Mütter und die dazugehörigen Mutterschaften analysiert die Ausgabe das Soziotop Spielplatz oder interviewt die Wiener Sozialaktivistin Ute Bock, die afrikanische Flüchtlinge "Mama Bock" nennen. Der Gesamteindruck: Bob ist gewohnt schwer über einen Kamm zu scheren. Besondere Kennzeichen: Schlagerkehlchen Heintjes Ruvre wird natürlich zitiert, die Mutter Gottes kommt im ganzen Heft nur unter ferner liefen vor. In einem lesenswerten Beitrag über "die Mutter im Liedgut", soweit es zur Erklärung des Phänomens Madonna Louise Veronica Ciccone vonnöten ist. Q

"Bob"-Präsentation: Sa 6. Mai, 21 Uhr, Palais Thienfeld, Mariahilferstraße 2, 8020 Graz.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige