Bawag. Panik? Panik!


Armin Thurnher
Vorwort | aus FALTER 18/06 vom 03.05.2006

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Die Sparer laufen der Bank davon. Noch schlimmer: Wir müssen die politische Kehrtwende abschreiben.

Der Bawag-Skandal, aufgekommen nicht durch die österreichische, sondern durch die wachsame US-amerikanische Öffentlichkeit, war ein politisches Erdbeben. Die Trümmer liegen herum, die neu gestaltete Landschaft wird sichtbar. So sieht sie aus: Die Sozialdemokratie ist schwerst beschädigt. Ihre drei Pfeile symbolisierten einst die drei Säulen Genossenschaft, Gewerkschaft und Partei. Säule eins knickte mit dem Konsum, Säule zwei scheint mit der Bawag-Affäre erledigt. Die alte Führung des ÖGB hat sich moralisch kompromittiert und sich nicht nur als wirtschaftlich unfähig, sondern auch als politisch inkompetent erwiesen. Zu hoffen, Vorstandskollegen und Aufsichtsräten Milliardenverluste einfach verschweigen und damit durchkommen zu können, war nicht einmal frech, das war nur dumm. Bei den Versuchen, die Nachfolge von Fritz Verzetnitsch und Rudolf Nürnberger

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