Kommentar

Volkstheater: roter Stern, was nun?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 18/06 vom 03.05.2006

Als Michael Schottenberg im vergangenen September das Wiener Volkstheater übernahm, setzte der neue Direktor als Erstes ein Zeichen: Auf dem Dach des Hauses dreht sich seitdem ein roter Stern. Das schick designte neue Volkstheater-Logo wurde nicht nur begeistert aufgenommen. Zu Unrecht hat man Schottenberg einerseits vorgeworfen, sich mit der Ästhetik der berühmten Berliner Volksbühne zu schmücken (die gar keinen Stern als Logo hat). Mit mehr Berechtigung wurde andererseits der etwas zu lockere Umgang mit politischer Symbolik kritisiert. Schließlich standen auch der Kommunismus und die Brigate Rosse unter dem Zeichen des roten Sterns.

So ernst ist der Volkstheater-Stern natürlich nicht gemeint, es soll damit wohl nur ein wenig "radical chic" signalisiert werden. Genau das war dann auch ein zentrales Problem der ersten Volkstheater-Saison unter Schottenberg: Der Spielplan war auf eine Weise "politisch", die niemandem wirklich wehtut. In Stücken wie "Spiegelgrund" oder "Vor dem Ruhestand"


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