Willkommen im Dreck

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 18/06 vom 03.05.2006

FILM In Gavin Hoods Oscar-prämiertem Film "Tsotsi" findet ein schwarzer Gangster aus Johannesburg einen Säugling und sich selbst.

Der junge, zornige Mann wohnt hoch oben, und wenn er die Tür seiner Einzimmerhütte öffnet, kann er fast die ganze Township überblicken. Tsotsi nennen ihn seine Freunde, was so viel bedeutet wie Gangster, seinen wirklichen Namen hat er - ebenso wie seine ganze Kindheit - vergessen. Woher er kommt und wer seine Eltern waren, weiß er nicht, will er aber auch gar nicht wissen. Denn hier, im Slum am Rande von Johannesburg, kommt nur der weiter, der keine Probleme mit sich herumschleppt und den anderen einen Schritt voraus ist. Doch den Überblick, der ihn auszeichnet und zum Anführer seiner Bande macht, beginnt Tsotsi (Presley Chweneyagae) zusehends zu verlieren.

Am Beginn schlägt sich die Gang trotz oder gerade aufgrund innerer Spannungen noch gemeinsam durchs Armenviertel, bis Tsotsi eines Tages nach einem Streit aus der Township flieht, in der reichen Vorstadt


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