In Schönheit gestrandet

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 18/06 vom 03.05.2006

FILM François Ozon feierte Schicksalsmomente schon immer gern am Strand. Mit "Die Zeit, die bleibt" baut er nun jedoch zu nah am Wasser.

Seinen bisher schönsten Film drehte François Ozon vor zehn Jahren. "Ein Sommerkleid" ("Une robe d'été") erzählt von einem übermütigen Strandnachmittag. Von einem Jungen, der zwischen knallrotem Badetuch und azurblauen Wellen die eigene sexuelle Identität als Spiel mit den (hetero-und homoerotischen) Möglichkeiten erfährt.

"Ein Sommerkleid" war damals der perfekte filmgewordene Popsong über die Leichtigkeit der Jugend. Spätere Langfilmarbeiten Ozons wirkten bisweilen wie ein Echo auf die Verve dieses Fünfzehnminüters, zu dem es anscheinend auch den Regisseur immer wieder hinzieht. Thematisch, wenn er weitere erotische Dreieckskonstellationen entwirft wie im grotesken Fernsehspiel "Les amants criminels" (1999) und der Fassbinder-Adaption "Tropfen auf heiße Steine" (2000). Oder räumlich, wenn der Strand zum Schicksalsort wird wie in "Regarde


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