Im Knirschgarten

Kultur | Erich Klein | aus FALTER 18/06 vom 03.05.2006

HEIDI PATAKI (1940-2006) Die Lyrikerin beherrschte das Spiel mit literarischen Formen souverän - und wurde dennoch unterschätzt.

Die Dichterin Heidi Pataki ist tot. Ihre Gedichtbände - "Schlagzeilen" (1968), "Stille Post" (1978), "Frühlings Wachen" (1981), "Guter ruf / die hl. Familie" (1984) und schließlich das Hauptwerk "Amok und Koma" (1999) - waren wohl nur wenigen bekannt. Leitmotiv dieses schmalen Ruvres war die Überzeugung, dass es heute unmöglich sei, überhaupt noch Gedichte zu schreiben. Zuletzt formulierte sie es in dem Essayband "contra post" (2001) so: "Die Literatur: eine Sache der Verlage und ihres Trosses; die Lyrik ist klein und hässlich geworden, daß sie sich nimmer darf blicken lassen, und es zieht konsequenterweise fast nur noch Dummköpfe zu ihr hin."

Patakis literarisches Leben beginnt in den verstaubten und zugleich vor Kulturpathos überquellenden Fünfzigerjahren, in einem Wien mit "ekelerregend spießiger Vorstellung von Kunst und Literatur": "Diese unnachahmlich


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