AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 18/06 vom 03.05.2006

Der Midlifecrisis entkommen und wieder mit steigender Form präsentiert sich seit seinem letzten Roman "Nacht des Orakels" US-Starautor Paul Auster. Mit dem jüngsten Werk "Die Brooklyn-Revue" verlässt der postmoderne Wunderwuzzi nun auch sein angestammtes Terrain voll magischer Zufälle und verschwimmender Identitäten und überrascht mit einem locker erzählten, unterhaltsamen Ensemblestück. Es wäre allerdings nicht Auster, wenn ein Großteil der Geschichte nicht doch wieder in Brooklyn spielen würde. Dorthin, an den Ort seiner Kindheit, hat sich Nathan Glass zurückgezogen, der ein wenig pathetische, aber auch sympathische Protokollant der Ereignisse. Von der Frau verlassen und angeblich todkrank, will er eingangs nur sterben, ist de facto aber mehr von Liebeskummer und Weltschmerz bedroht als von seinem bereits überstandenen Krebsleiden. Zurück in die Welt holt den Lebensmüden, dass ihn seine Familie braucht - der einst so hoffnungsvolle Neffe, der nun in einem Antiquariat jobbt;


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige