NÜCHTERN BETRACHTET

Wie Wien wieder verschlafen hat

Kultur | aus FALTER 18/06 vom 03.05.2006

Wegen seiner Schönheit, seiner Bequemlichkeit, wegen des klaglosen Funktionierens der Müllabfuhr und des relativ geringen Aufkommens an Tagedieben und Tunichtguten wird Wien allgemein tüchtig gelobt. Das ist auch völlig in Ordnung. Wien ist größer als Graz und schöner als Salzburg, die Luft ist besser als in Linz und der Irrsinn milder als in Innsbruck. Ähnliches gilt im Vergleich zu Göteborg, Southampton, Leverkusen und Istanbul. Wien glaubt aber auch, sich auf seinen Lorbeeren ausruhen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen zu dürfen. Blöd Sand neben den Donaukanal schütten und den Rathausplatz mit Buden voll stellen - das reicht hier ja schon, damit alle das Gefühl haben: Hey, super, Bürgermeister! Es ist aber durchaus nicht alles super in der funky Wienerstadt. Zum Beispiel wurde in der dritten Aprilwoche eine große Verkehrsmarkierungswiederauffrischungsaktion durchgeführt. "Hey, super!", werden jetzt wieder viele ausrufen. "Verkehrssicherheit ist eine wichtige


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