Weltuntergang ist immer

Steiermark Kultur | Johannes Frankfurter | aus FALTER 19/06 vom 10.05.2006

OPER György Ligetis "Le Grand Macabre" in der Grazer Oper: eine Ikone des 20. Jahrhunderts, brillant realisiert.

Wie die Zeit vergeht", bemerkte ein Grazer Opernfachmann mit philosophischer Wehmut, als nach der Premiere von Ligetis "Le Grand Macabre" im Grazer Opernhaus heftiger Beifall aufbrandete. Dem kann man nur beipflichten. Da wird in allen erdenklichen Stellungen homo und hetero kopuliert, es wird masturbiert, flatuliert, fäkalisiert, Leichen werden gefleddert und so weiter, aber niemand im Publikum will sich aufregen. Doch vielleicht liegt es auch daran, dass Ligetis musiktheatralischer Geniestreich fast dreißig Jahre nach seiner Uraufführung ganz eindeutig zu den zeitlosen Ikonen des 20. Jahrhunderts gehört. Vom fugierten Hupkonzert zu Beginn bis zum Spiegelkanon in strenger Zwölftontechnik am Ende, die ausufernden Verzierungen des ewigen Liebespaares oder die aberwitzigen Koloraturen des Chefs der Gepopo (geheime politische Polizei), die großen Soli des Nekrozar oder die


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