Leben nach dem Tod

Politik | Gerald John | aus FALTER 19/06 vom 10.05.2006

ÖGB-krise Verschleuderte Millionen, gestrauchelte Bosse, leere Kassen: Nach dem Bawag-Debakel steckt die Gewerkschaft in einer tiefen Krise. Wie könnte sie da wieder halbwegs intakt rauskommen?

Die Vorgangsweise der Regierung bei der Bawag-Haftung ordne ich zwischen Erpressung und Demütigung ein. Ich habe das Gefühl, dass es sich um keine Verhandlungen, sondern um ein Diktat handelte": Wilhelm Haberzettl, Chef der Eisenbahnergewerkschaft, spricht aus, was viele Genossen ärgert. Weil die Regierung der Bawag unter die Arme greift (siehe Seite 8), muss der ÖGB im Gegenzug den "Offenbarungseid" (Haberzettl) leisten und seinen Streikfonds offen legen. Eine weitere Schmach für die geprügelten Gewerkschafter.

Seit Wochen schon geht es so dahin: alle paar Tage eine neue Watschen für den ÖGB. Offenbar hat die Krise aber auch einen heilsamen Effekt. Plötzlich fällt es den Gewerkschaftern wie Schuppen von den Augen - eine Reform muss her! Funktionäre erfinden Arbeitsgruppen und wälzen


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