Nach dem Lob die Krise

Politik | Joachim Becker | aus FALTER 19/06 vom 10.05.2006

NEOLIBERALISMUS Diese Woche versammeln sich die Regenten Lateinamerikas in Wien. Darunter viele links orientierte Politiker, die den Neoliberalismus bekämpfen wollen. Ist diese Ideologie Schuld an der Misere in Lateinamerika?

Eines hat Lateinamerika Europa voraus: Erfahrung mit neoliberaler Politik. Die ersten Experimente dieser Art in der Nachkriegszeit wurden im ärmeren Teil Amerikas schon vor dreißig Jahren durchgesetzt. Um die heute sichtbaren Resultate wird es, zumindest indirekt, auch beim vom 11. bis 13. Mai stattfindenden Gipfel in Wien gehen, bei dem die Regenten der EU und Lateinamerikas über Kooperationen debattieren. Die Weltbank und die Europäische Kommission wollen von Mexiko City bis Buenos Aires erprobte neoliberale Rezepte in Europa anwenden. Osteuropäische Staaten privatisierten ihre Sozialversicherungen bereits nach dem Vorbild Chiles und Argentiniens.

Ein gutes Zeichen? Der argentinische Soziologe Atilio Boron meint: Je größer das Lob für die neoliberale Politik


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