Meteor im Mund

Kultur | Tobias Heyl | aus FALTER 19/06 vom 10.05.2006

LITERATUR Mit "Die Spange" liefert Michel Mettler ein furios-fantastisches Romandebüt und grad die richtige Lektüre fürs Zahnarztwartezimmer.

Um den jungen Menschen zu quälen, hat sich die Natur einiges einfallen lassen: verständnislose Erwachsene, Pickel im Gesicht und dazu Zähne, die so ungeordnet im Kiefer stecken, dass sie dringend der ordnenden Kraft einer Spange bedürfen. Der Schweizer Michel Mettler, Jahrgang 1966, hat diesem früher dezenten, heute überraschend monströsen Gerät einen ersten Roman gewidmet.

Und der beginnt ganz klassisch: "Es war ein sonniger, leicht föhniger Aprilmorgen, als Dr. Masoni in meinem Mund eine ungewöhnliche Entdeckung machte." Nicht Karies oder Parodontose entdeckt Dr. Masoni im Mund des Musikers Anton Windl, sondern eine prähistorische Anlage, genauer: eine mehrere Tausend Jahre alte Zahnspange. Ein Glück für die Wissenschaft - und eine zweifelhafte Ehre für den Patienten, der sich damit abfinden muss, erst einmal auf unabsehbare Zeit


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