AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Martin Lhotzky | aus FALTER 19/06 vom 10.05.2006

Alchemie ist die Lehre von der ewigen Umwandlung, der Unbestimmtheit der Elemente. Getreu dieser Theorie weiß man nicht, ob man "Die Bibliothek des Alchemisten" einen okkulten Kriminalroman, ein Verschwörungsepos oder ein Sammelsurium aus historischen Erzählungen mit Rahmenhandlung nennen soll. Starb Professor Pühapäev als einsamer, etwas schrulliger alter Mann, oder wurde er ermordet, weil er drauf und dran war, das Geheimnis der Quintessenz, den Stein der Weisen zu verschachern?

Das klingt zunächst mal unheimlich blöd und nach schlechter Parodie. Jon Fasman aber versteht es, in diesem flott geschriebenen und spannenden Roman (schon in der ersten Lektürestunde stolpert man über drei Leichen) eine durchaus intelligente Krimihandlung im Universitätsmilieu Neuenglands mit Spuren zu seltsamen, im Grunde völlig absurden Artefakten zu spicken, ohne dabei das Szepter des Skeptizismus aus der Hand zu geben.

Nicht nur skurril, sondern nahezu unerhört liest sich, was Michael Inger in seinem

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