Das Leben hat keine Pointe

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 19/06 vom 10.05.2006

LITERATUR Komplex und klug: In "Tricks" erzählt Alice Munro von Müttern, Töchtern und der Unmöglichkeit, sein Leben auf den Punkt zu bringen.

Alice Munro gilt "seit Jahren", wie es schon seit Jahren heißt, als Anwärterin auf den Literaturnobelpreis. Wie es um die Chancen der, neben ihrer Freundin Margaret Atwood, bekanntesten kanadischen Schriftstellerin tatsächlich steht, ist natürlich nicht zu sagen. Für sie spräche, dass die Frauenquote mit bislang zehn ausgezeichneten Frauen in der über hundertjährigen Geschichte des Preises eher peinlich niedrig ist; dagegen spricht, dass Schriftsteller, die fast ausschließlich Kurzprosa verfassen, nicht eben zu den heißesten Kandidaten zählen.

Zu diesem Genre kam die Autorin übrigens aus rein pragmatischen Gründen, wie sie erst unlängst in einem Interview mit der Zeit erzählte: "Ich hatte schlicht zu wenig Zeit für das Schreiben, keine Zeit für große Würfe. (...) War ich einmal richtig drin in einer Geschichte, ging im Haushalt


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