NÜCHTERN BETRACHTET

Wenn die Weißwurst zweimal klingelt

Kultur | aus FALTER 19/06 vom 10.05.2006

Lange Zeit bin ich spät schlafen gegangen, aber unlängst habe ich mir gedacht: Wozu eigentlich? Du bist alt, betrunken, chronisch verschleimt und depressiv - mach doch das Licht aus und lass gut sein, morgen ist auch noch ein Tag. 7,8 Millionen Österreicher gehen täglich vor 23.15 Uhr zu Bett und schauen sich die "Barbara Karlich Show" an, da kannst du ihnen schon auf halbem Wege entgegenkommen. Geh in der Masse unter, du blöde Sau! Gedacht, getan, und trotzdem wieder aufgewacht. Die Frau, die neben mir liegt, stellt den Wecker ohnedies auf 6.45 Uhr. Eine Stunde später steht sie dann auf. Wozu man einen Wecker braucht, habe ich noch nie verstanden. Schon gar nicht, warum man ihn, lange bevor man aufstehen will, läuten lässt. Wenn man um 7:00 aus dem Bett muss, reicht es, den Wecker auf 6:59:45 einzustellen, dann kann man sich auch noch gemütlich ein-, zweimal umdrehen. Der 6.45-Uhr-Weckruf der Frau, die neben mir liegt, spricht mit gespaltener Zunge. Zu ihr sagt er: "Bitte, suuuper


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