PHETTBERGS PREDIGTDIENST

Der Herr schnipselt an barfüßigem Jesus herum

Stadtleben | aus FALTER 19/06 vom 10.05.2006

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab ...

Joh 15,1-8 (Evangelium am 5. Ostersonntag im Lesejahr B)

Der Masochismus ist natürlich wie alles aus Österreich respektive der Steiermark beziehungsweise der Kirche eine Prahlerei, aber ein Gefühl halt, der Person gegenüber, die einen berauscht, alles darzubringen, das denkbar ist an Leiden und Schmerz, um ihr zu zeigen: Das alles will ich wüstest erleiden, um es dir darzubringen, so sehr rase ich, dass es dich gibt. Und dann natürlich, wenn die Schläge prasseln, die Senge brennt, die Nägel die Knochen brechen, dann tut's schon sehr weh, und dann halten nur die Härtesten durch. Denn es ist auch eine Erpressung, wie alles aus Österreich oder dem Christentum, denn die Dialektik denkt sich, so arg kann doch das gegenüberliegende Ich, zum Beispiel eine gewähnte Gottheit, nicht sein, dass sie dann durchhielte und wirklich wollte, das Leiden dargebracht sehen zu wollen. Singen, zum Beispiel, finde ich nur schön, wenn Mara Lassnig singt oder der Josef Meinrad als König Menelaos oder als Mann von La Mancha, das ist ein Lachen, wie ich es liebe! Und dann käme der Herr mit der Schere, weil sie so tasten beim Singen? Und was könnte Jesus dafür, wie Lassnig und Meinrad stockten beim Singen?

Die zentrale christliche Lehre besagt nun, sei unendlich sanftmütig und leide, wenn eine Herrschaft hart und brutal ist, dann leide, dann soll diese Bösartige sich in den Blutlachen spiegeln, damit sie sieht, wie blutrünstig sie ist. Das ist ja in der Tat dramatisch bemerkenswert. Und es gibt ja dann auch viele Blutlacken, wie die sich schneiden. Nun ist dieser jesuanische Wahn bereits 2000 Jahre alt, und die vatikanische Kirche ihrerselbst eine große Macht, sodass diejenigen, die im Vatikan an die Macht kommen, sofort zu leiden beginnen, um diese schreckliche Macht in die Lachen schauen zu lassen. Wie vielleicht der Josef Meinrad beim Singen des Mannes von la Mancha sein Leiden so lachhaft besang.

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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