HERO DER WOCHE

Evo Morales

Politik | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

Er ist kein Großmaul wie der Venezolaner Hugo Chávez, aber auch kein verklemmter Schnösel wie so mancher europäische Amtskollege: Evo Morales war die sympathischste Erscheinung des EU-Lateinamerika-Gipfels vergangene Woche in Wien. Der bolivianische Präsident fiel nicht nur durch seine erfrischend legere Arbeitstracht auf. Morales ließ sich auch nicht von unterschwelligen Drohgebärden der EU einschüchtern, die immer wieder gerne den arroganten Kolonialherren spielt. Verbindlich im Ton, aber hart in der Sache verteidigte er seine Maßnahme, die Erdgasvorkommen zu verstaatlichen, damit für die Bolivianer höhere Erlöse herausschauen. Vorwürfe, er gehe nicht hart genug gegen den Drogenhandel vor, parierte der ehemalige Kokabauer pfiffig mit einem Hinweis auf Rainhard Fendrich: "Wenn dieser österreichische Sänger nicht so viel Kokain verbrauchen würde, hätten wir in Bolivien weniger Probleme."


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