Gasse für Wiesenthal

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

NS-AUFARBEITUNG Die Israelitische Kultusgemeinde baut ein neues Zentrum - ausgerechnet in der Gasse, die nach dem Wienerlied-Star und Nazi Franz Ichmann benannt ist. Nun soll diese bald Simon-Wiesenthal-Gasse heißen.

Stellt's meine Roß' in Stall" ist sein bekanntestes Lied. Weniger bekannt ist, dass der 1965 verstorbene Wienerlied-Star Franz Ichmann Nationalsozialist war. "Wir haben einen Akt des Bundesarchivs Berlin, in dem Franz Ichmann in einem von ihm handschriftlich verfassten Lebenslauf aus dem Jahr 1941 angibt, als Blockleiter tätig gewesen und aufgrund dieser Tätigkeit seit 1. Dezember 1940 NSDAP-Mitglied zu sein", sagt Brigitte Bailer-Galanda, wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands.

Ausgerechnet in der Gasse im 2. Bezirk, die nach dem berühmten Wienerlied-Komponist Ichmann benannt ist, plant die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) ein neues Zentrum für die jüdische Gemeinde. Auf das von den Nationalsozialisten enteignete Areal


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