ASPANGGRÜNDE

Straßen für Opfer

Politik | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

Auch auf den Aspanggründen im 3. Bezirk wird künftig der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden. Das etwa zwanzig Hektar große Gebiet zwischen dem Landstraßer Gürtel und der Aspangstraße soll bis 2015 in einen modernen Stadtteil mit Wohnungen, Büros und Freizeiteinrichtungen verwandelt werden. Dabei möchte man aber nicht die Geschichte des Areals vergessen. Denn vom Wiener Aspangbahnhof wurden 1939 bis 1942 beinahe 50.000 Menschen deportiert. Neben einer Gedenkstätte wird nun auch überlegt, die neu entstandenen Straßen nach von Nazis ermordeten Jüdinnen und Widerstandskämpferinnen zu benennen.

SPÖ-Bezirksrat Bruno Ludl, Vorsitzender der Kulturkommission in der Landstrasse, bestätigt diese Überlegungen, "es gibt aber noch keinen fixen Termin, wann die Namen für die neuen Straßen feststehen müssen". Karl Hauer, Leiter des Bezirksmuseums Landstraße, wurde bereits von der Bezirks-SPÖ gebeten, eine Liste von weiblichen Opfern der Nazis, die vom Aspangbahnhof deportiert wurden, zu erstellen. "Grete Jost, die Widerstandskämpferin aus dem Rabenhof, wäre eine jener Frauen, nach denen eine Straße benannt werden könnte", sagt Hauer.

Aus dem Rathaus gibt es auf jeden Fall grünes Licht für das Projekt: "Der Stadtrat steht einem solchen Vorhaben positiv gegenüber", sagt eine Sprecherin von SPÖ-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.


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