KNECHT

Grüßgott in Voradelberg


Doris Knecht
Politik | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

Der Bär ist schon weg, aber wir sind noch da und tun, was eine Stadtfamilie bei den Großeltern tut: Die Kinder (hier: die armen Stadtkinder) kugeln über den Rasen, freunden sich mit den Haustieren der Nachbarn an und stecken bis zu den Hüften im Schlamm. Mutter sieht allmählich ein, dass es sich bei Miete, Gleichberechtigung und Bankgeheimnis um rein urbane Prinzipien handelt, die man besser vor dem Arlbergtunnel zur Aufbewahrung hinterlegt. Auf all das wird hier wenig praktischer Wert gelegt, wie einfache Konversationen oder ein Besuch in der lokalen Bankfiliale beweisen. Auch der Bär tat gut daran, Vorarlberg in Richtung Tirol zu verlassen, der Stolz, den Touristen nun auch einen Braunbären als Attraktion anbieten zu können, wurde unmittelbar von der Angst um die Vollständigkeit der Touristen abgelöst. Schon nach Stunden wurde das Verhalten des Bären als bärenuntypisch eingeschätzt; man lud bereits die Gewehre. Auf Warnplakaten, die auf einer Baustelle, auf der der Bär vorbeigelugt

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