Im Herz der Finsternis

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

FILM Semih Kaplanoglus "Der Fall des Engels" ist düster, spröde, komplex - und ein Glücksfall für das Kino.

Es gibt nichts zu erzählen", sagt Zeynep trotzig, um den ihr lästigen Verehrer auf dem Nachhauseweg abzuschütteln. Dabei hat Mustafa allen Grund, sich Sorgen um seine Kollegin zu machen, die seit einiger Zeit irgendwie bedrückt wirkt und bei der Arbeit noch einsilbiger ist als sonst. Die engen, grünlich beleuchteten Flure, auf denen sich der Hotelpage und das Zimmermädchen vorher während ihrer Schicht kurz über den Weg gelaufen sind, verstärken den Eindruck, dass hier etwas Ungutes im Schwange ist, noch zusätzlich.

Zeynep wohnt allein mit ihrem Vater, einem hart arbeitenden, extrem wortkargen Mann, der schon gern mal einen über den Durst trinkt. An dieser Stelle, der, wie sich bald erweist, vollkommen gestörten Vater-Tochter-Beziehung, setzt das Interesse des Films ein. "Melegin Düsüsü" ("Der Fall des Engels") ist die zweite Kinoarbeit von Semih Kaplanoglu, der in


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