AUFGEBLÄTTERT

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

Die meisten Theaterregisseure können von Glück reden, wenn zu Lebzeiten ein Buch über sie publiziert wird. Von und über Peter Zadek jedoch wurden bereits mehrere Bücher geschrieben, und rechtzeitig zum achtzigsten Geburtstag des deutschen Regisseurs (am 19. Mai) sind nun zwei weitere erschienen. Zadek selbst veröffentlichte unter dem Titel "Die heißen Jahre", acht Jahre nach "My Way", den zweiten Band seiner Memoiren, in dem die Siebzigerjahre behandelt werden. (Wenn das in diesem Tempo weitergeht, ist das Projekt in cirka zwanzig Jahren abgeschlossen.) Im gewohnt schnoddrigen Plauderton erzählt Zadek über seine Jahre als Intendant in Bochum (als dort kurze Zeit auch Rainer Werner Fassbinder inszenierte) und über seine berühmte "Othello"-Inszenierung (1976 am Hamburger Schauspielhaus), über seine langjährige Tablettensucht und über die Tournee, die er 1979 für Udo Lindenberg ("Dröhnland Symphonie") inszenierte. Manchmal ist das Buch unangenehm indiskret - zum Beispiel vergisst

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