Exzess nach Partitur

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

KUNST Ausstellungen über den Filmemacher Kurt Kren und über die Sammlung Hummel belegen, dass sich die Sprengkraft des Wiener Aktionismus präzisem ästhetischem Kalkül verdankte.

Die Ausstellung zeigt fein säuberlich beschriftetes Millimeterpapier. Ein Blatt wird von schrägen, gestrichelten Linien durchzogen, daneben hängen Diagramme mit unterschiedlichen Amplituden. Anderorts herrschen Zickzacklinien vor, die zwischen dicken Punkten pendeln. Die Aufzeichnungen gleichen wissenschaftlichen Protokollen oder Partituren der Neuen Musik. Eine fällt besonders dicht aus: Römische Zahlen werden dort von winzigen roten Kritzeleien begleitet, die sich bei sorgfältiger Betrachtung als Teile von Gesichtern entpuppen. Über einer Addition schließlich der Stempel des Verfassers: "Filmemacher Kurt Kren".

"Das Unbehagen am Film" nennt sich die feine Schau über Krens Frühwerk im Atelier Augarten, die Filmarbeiten mit Kaderplänen, Fotografien und Editionen präsentiert. Der Künstler selbst habe


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