Gehört geliebt

Kultur | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

FESTWOCHEN Beim Projekt "5000 Liebesbriefe" kann man sich im Kaffeehaus durch fremde Beziehungskisten hören.

Liebste (lach ruhig, if you want) jeden Tag bevor ich ins Bett gehe, sehe ich dein Bild an und küsse es", schreibt Thomas 1968 in einem Brief an Gerlinde. "Glaubst du wirklich, meine Exzellenz ein Menschenleben lang ertragen zu können?", in einem anderen. "Bei Gerlinde und Thomas habe ich wirklich mitgelitten", erzählt Mats Staub fast vierzig Jahre später.

Für ihr Festwochen-Projekt "5000 Liebesbriefe" sammelten Mats Staub und Barbara Pulli in Österreich Liebespost aus hundert Jahren. Im Radio und mit Inseraten forderten der Dramaturg und die Bühnenbildnerin aus der Schweiz dazu auf, ihnen ihre Liebeskorrespondenz zur Verfügung zu stellen. "Wir haben nach Geschichten gesucht, nach verschiedenen Facetten von Liebe", sagt Staub. "Das ist kein Promiprojekt, da geht es nicht um die Briefe von Kafka." Knapp 500 aus den 5000 Briefen wurden in einen dramaturgischen Zusammenhang gebracht


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