Die Zeit und das Zimmer

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

FESTWOCHEN-TAGEBUCH Woche eins: im Bett mit John Cassavetes, ein wenig ergiebiger Trip nach Südafrika, unter bissigen Musikkritikern in der Oper und auf Besuch bei trostlosen Paaren im Akademietheater.

Während andere im lauen Biergarten sitzen oder wichtige Fußballspiele verfolgen, hockt der "Falter"-Kritiker von Anfang Mai bis Mitte Juni fast jeden Abend im Theater. Damit die Festwochen-Verweigerer wissen, ob sie etwas versäumt haben, führt er auch heuer Tagebuch.

Mittwoch, 10. Mai: Liebes Tagebuch! Nie trifft man so viele einsame Kritiker wie während der Festwochen. Grund ist die rigide Pressekartenpolitik des Festivals, die jedem Berichterstatter nur eine Freikarte zugesteht. Und weil die meisten Kritiker entweder zu arm oder zu sierig sind, für ihre Begleitung Vollpreiskarten zu erwerben, gehen sie eben allein ins Theater. Heute Abend werden aber auch die getrennt, die zusammen gekommen sind: Für "Faces" im MuseumsQuartier müssen die Besucher nicht nur ihre Schuhe an der Garderobe


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