Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

SEX

Frühlingsflop In einem Gedicht von Heine über den Frühling heißt es so ähnlich wie "... da habe ich ihr gestanden, mein Sehnen und Verlangen". Reine Nostalgie, dass sich diese Zeit im Jahr so prickelnd gestaltet. Damals haben sich nicht achtzig Prozent potenzieller Liebeswerber zu Haus verbarrikadiert, weil ihnen die Pollenallergie einen Strich durch die aufkeimenden Frühlingshormone machte. Einst flanierte man sonntags ohne Augentropfen und bar jeder Küchenrolle über die Prater-Hauptallee. Man grüßte sich neckend, stahl sich ein Küsschen und wurde von der strengen Gouvernante erwischt, die dann vielleicht doch ein Auge zudrückte. Heutzutage nulpt man ebendort triefäugig und daher komplett unbeachtet zwischen rotzenden Co-Allergikern umadum. Der heute zeitgemäßere Kennenlern-und-ab-die-Post-Quickie scheitert auf jeden Fall am gemeinsamen Niesanfall, die lyrische Inspiration reicht höchstens für: "Da schnäuzt sie sich wieder, zum Teufel mit dem Flieder." Zu allem Überdruss erspäht man übrigens stattdessen einen berühmten, joggenden und echt nicht sehr schön aussehenden Politiker. Nein, der Frühling, der vom Heine, der ist woanders. HEIDI LIST

Fussball

Kommentierte Tabelle 1. Austria Wien: War leider nicht zu verhindern, geht aber in Ordnung. 2. Red Bull Salzburg: Ätschibätsch! 3. Pasching: Ergibt keinen Sinn, aber so ist Fußball. 4. Ried: typisches Aufsteigerglück. Nächstes Jahr geht's bergab! 5. Rapid: Es hätte noch schlimmer kommen können. 6. GAK: In der melancholischen Miene von Lars Söndergaard kann man die ganze Misere ablesen. 7. Mattersburg: Irgendwie hat das Pappelstadion seinen Schrecken verloren. 8. Sturm Graz: Gefühlsmäßig müsste diese Mannschaft mindestens Sechster sein. 9. Tirol: Dafür hätten sie Rapid nicht Ferdl Feldhofer wegkaufen müssen. 10. Admira Mödling: Baba, und foults ned! WOLFGANG KRALICEK


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